Mitarbeitererfahrungen

Hybrides Arbeiten: Erfolgsfaktor für zufriedene Mitarbeitende?

SAP Concur |

Erst Lockdown mit Homeoffice-Pflicht, dann Back-to-the-Office – an jedem Arbeitstag. So die Vorstellung vieler Führungskräfte. Mitarbeitende sehen das oftmals anders und haben angesichts florierender Stellenangebote eine starke Verhandlungsposition. Mit der Corona-Pandemie ist ein Ruck durch die Arbeitswelt gegangen und sie hat sich noch nicht wieder eingependelt. Nicht nur Infektionszahlen führen heute zu fließenden Übergängen zwischen der Arbeit im Homeoffice und im Büro, sondern auch die Erwartungen der Mitarbeitenden an hybride Arbeitsmodelle. Nicht zu vernachlässigen ist dabei die Rolle von Geschäftsreisen – denn so sehr Mitarbeitende mittlerweile ihren eigenen Schreibtisch zu schätzen wissen, es zieht sie auch wieder hinaus in die Welt.

Vollzeit vor Ort, Vollzeit remote oder ein hybrides Arrangement – was ist das „New Normal“ der Arbeitswelt, das in aller Munde ist? Und was sind die Erwartungen der Mitarbeitenden? Das sind Fragen, die sich mit den fünf Phänomenen der modernen Arbeitswelt beantworten lassen.

Phänomen 1: Hybrides Arbeiten ist weit verbreitet

Im bisherigen Jahresverlauf sind einerseits immer mehr Corona-Schutzmaßnahmen gefallen. In Kanada zum Beispiel wird es keine COVID-19 Impf- und Testpflicht bei der Einreise mehr geben. Das ermöglicht nicht nur die Rückkehr ins Büro, sondern macht es auch Reisehungrigen leichter wieder Geschäftsreisen anzutreten. Andererseits zeichnet sich mit Herbstbeginn auch ab, dass wieder mehr Homeoffice angesagt ist. Was auf den ersten Blick wie ein Widerspruch erscheint, kann auch als Ausdruck einer Welt mit vielen Wahlmöglichkeiten angesehen werden.

Hybridarbeit liegt mittlerweile weltweit bei 38 %, so eine aktuelle Studie von Microsoft. 53 % der Befragten werden wahrscheinlich im nächsten Jahr auf Hybrid Working umsteigen – ein klarer Trend für das wechselnde Arbeiten im Homeoffice und im Büro und dafür, Kolleginnen und Kollegen zwar wieder öfter persönlich zu treffen, aber eben nicht mehr jeden Tag. Welcher Arbeitsort bevorzugt wird, ist dabei auch abhängig von demografischen Merkmalen. So zeigt eine Studie von Accenture, dass etwa Frauen der Generation X produktiver im Homeoffice arbeiten, Männer der Generation Z hingegen lieber im Büro sind.

Phänomen 2: Soziales Kapital online und offline aufbauen                                                                         

Im Zuge der Corona-Pandemie wurden Mitarbeitende in bisher unvorstellbar kurzer Zeit mit Laptops und sonstigem IT-Equipment ausgestattet, lernten Microsoft 365 in all seinen Facetten kennen und gewöhnten sich daran, ihre Kolleginnen und Kollegen sowie Geschäftspartner und Kunden auf dem Bildschirm zu sehen. Auf einmal wurde vor Augen geführt: Auch digital tauschen sich Mitarbeitende aus, kooperieren, verbringen vielleicht sogar die Mittagspause oder den Feierabend gemeinsam.

Dennoch zeigen Studienergebnisse, dass sich Mitarbeitende nach persönlichen Treffen sehnen. Im Rahmen der vierten jährlichen SAP Concur Global Business Travel Survey 2022 gab etwa die Mehrheit (70 %) der deutschen Geschäftsreisenden an, dass sie auf eine Rückkehr zu Geschäftsreisen drängen. Der Beweggrund: Sie vermissen die beziehungsfördernden Aspekte persönlicher Treffen (52 %), deren Produktivität (50 %) und das Erleben neuer Orte und Kulturen (44 %). Bei HR-Expertinnen und Experten fällt in diesem Zusammenhang schnell das Stichwort „Social Capital“. Hinter dem Begriff steckt die Bedeutung von sozialen Beziehungen für die Leistungsfähigkeit von Individuen, Teams und letztendlich dem ganzen Unternehmen. In den modernen New Work-Büros wird daher der soziale Austausch mit Kontakten gelebt.

Phänomen 3: Reiseaufkommen ist mit persönlicher Entwicklung verknüpft

Insbesondere Geschäftsreisende leben das Wandeln zwischen den Welten. Warum ist das eng mit der Arbeitszufriedenheit verbunden? Die Ergebnisse der Global Business Travel Survey von SAP Concur zeigen, dass sich die Möglichkeit zu Reisen direkt auf die persönliche Entwicklung auswirkt. Knapp vier von fünf der deutschen Geschäftsreisenden befürchteten, dass ihr Unternehmen (76 %) und sie persönlich (69 %) darunter leiden würden, wenn sie ihre Geschäftsreisetätigkeit in diesem Jahr nicht erhöhen. Zu den beruflichen Bedenken gehören, dass sie weniger Geschäftsbeziehungen aufbauen und pflegen (50 %), weniger Geld verdienen (28 %) und in ihrer Karriere nicht vorankommen können (20 %).

Drei von fünf Geschäftsreisenden (63 %) geben jedoch an, dass ihr derzeitiger Reiseplan hinter ihren Erwartungen zurückbleibt. Viele sind der Meinung, dass eine Änderung in der Ausrichtung der Geschäftsreisen dafür verantwortlich sein könnte: Etwa vier von fünf Geschäftsreisenden (77 %) geben an, dass ihr Unternehmen zum Niveau vor der Pandemie zurückkehrt, allerdings mit dem Ansatz „mehr Reisen auf weniger Schultern“.

Phänomen 4: Nachholbedarf bei Dienstreisen – Sicherheitsbedürfnis an erster Stelle

Arbeitgeber sind gut beraten, wenn sie die Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden stärker beachten. Die moderne Arbeitswelt war in den vergangenen Monaten von einer „großen Resignation“ geprägt. Die Bereitschaft für Mitarbeitende ihren Job zu wechseln und zu kündigen war nach Lockdown, Corona-Krise und psychischen Auswirkungen überdurchschnittlich groß. Fast jeder vierte Geschäftsreisende in Deutschland, der nicht in seiner idealen Häufigkeit reist (22 %), gibt an, dass er sich nach einer neuen Stelle umsehen wird, wenn sich sein Reiseplan nicht verbessert. Auf fast alle Fälle vorbereitet – das scheint zudem ein großes Bedürfnis der Mitarbeitenden zu sein: 86 % der Befragten halten flexible Reise- und Buchungsoptionen für ihr Unternehmen für unerlässlich, um ihre Gesundheit und Sicherheit bei Geschäftsreisen zu schützen.

Phänomen 5: Gute Mitarbeitererlebnisse steigern die Produktivität

Klar ist, der flexible Wechsel vom Arbeitsplatz im Homeoffice hin zu anderen Orten funktioniert nur, wenn Bedürfnisse und Einschätzungen zwischen Arbeitgebern und Mitarbeitenden im Einklang stehen. Die Studie von Microsoft verdeutlicht jedoch: 85 % der Führungskräfte hatten Schwierigkeiten, in der Umstellung auf hybride Arbeit darauf zu vertrauen, dass ihre Mitarbeitenden produktiv sind. Ein nicht zu unterschätzendes Problem. Immerhin führt gerade der Mangel an Vertrauen und Wertschätzung zu negativen Mitarbeitererfahrungen, geringerer Produktivität und letztlich Fluktuation.

Moderne Tools und Software schaffen Abhilfe beim sogenannten „Great Disconnect“ zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden. Sie sorgen dafür, dass wertvolle Zeit durch optimierte Prozesse eingespart wird und unbeliebte Aufgaben erleichtert werden. Alles, was von sinnvollen Arbeiten ablenkt – wie z. B. die Reisekostenabrechnung – wird automatisiert oder digitalisiert. Werden die Tools durch gute Kommunikation ergänzt, wird hybride Arbeit für alle transparent, Befindlichkeiten werden ernst genommen und Wohlbefinden gesteigert. Eine gute Employee Experience führt somit auch zu mehr Produktivität und steigert sowohl die Attraktivität des Unternehmens für Top-Talente als auch die Kundenzufriedenheit.

Dafür darf hybrides Arbeiten aber von Unternehmen nicht nur aus der Markoperspektive als flexiblerer Arbeitsplatz für glücklichere und gesündere Mitarbeitende gesehen werden. Es braucht auch den Blick fürs Detail, der Schwachstellen identifiziert und proaktiv Technologien einbezieht, die nutzerfreundlich, innovativ und compliant sind.

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