Schweiz: Mittelstand muss in Sachen Homeoffice nachbessern

Die Corona-Regeln wurden erneut deutlich verschärft. Während für private Treffen beispielsweise verbindliche Regelungen gelten, wurden für das Arbeiten lediglich Empfehlungen ausgesprochen. Wie im Frühjahr heißt es: Möglichst Homeoffice statt Büro. Eine gute technische Ausstattung des mobilen Arbeitsplatzes ist dafür die Basis. Doch eine aktuelle SAP-Concur-Studie[1] zeigt, dass insbesondere bei Schweizer Mittelständlern weiterhin Nachholbedarf besteht. Weniger als die Hälfte der Mitarbeiter in KMU (48 Prozent), deren Arbeitsumfeld es zulässt, geben an, remote arbeiten zu können: Ihr Arbeitgeber hat die notwendigen Voraussetzungen wie z. B. die Bereitstellung von Hardware und Software geschaffen. Anders sieht es in Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern aus. Hier stimmen drei von fünf Befragten (58 Prozent) der Aussage zu. Die Ergebnisse identifizieren in Sachen technischer Ausstattung Nachholbedarf auf Unternehmerseite – nicht nur, um ein effektives Arbeiten sicherzustellen, sondern insbesondere auch, um Mitarbeiter in dieser schwierigen Zeit bestmöglich zu unterstützen und ihre Sicherheit durch eine Homeoffice-Option zu erhöhen. Während die Studienergebnisse zu Beginn der Pandemie kaum verwundert hätten, stimmen sie nun – nach neun Monaten Vorbereitungszeit – nachdenklich.

 

Nicht nur für Remote Work: Mix aus technischer Ausstattung, flexiblen Arbeitsmodellen und Schulungen wichtig

Selbst über die eigenen Arbeitszeiten und den Arbeitsort entscheiden? Das scheint gerade attraktiver denn je – und ist für zwei Fünftel aller Schweizer Arbeitnehmer (43 Prozent) möglich. Ihr Unternehmen bietet flexible Arbeitsmodelle, die z. B. mit digitalen Tools unterstützt werden. Das Nachsehen hat jedoch rund ein Drittel der befragten Arbeitnehmer (30 Prozent), denn ihnen steht diese Möglichkeit nicht zur Verfügung. Doch auch wenn Mitarbeiter – ob nun im Büro oder Zuhause – auf moderne, digitale Tools zurückgreifen können, sie müssen wissen, wie diese angewendet werden. Umso besser, wenn der Arbeitgeber Schulungen zu neuen digitalen Anwendungen und Arbeitsprozessen anbietet. Gerade jetzt, da digitale Konferenzen Meetings vor Ort ersetzen, ist es positiv, dass immerhin zwei von fünf Beschäftigten (40 Prozent) regelmäßig zu Zoom, Webex und Co. fortgebildet werden. Insbesondere in Großunternehmen werden regelmäßig Schulungen angeboten (54 Prozent; KMU: 35 Prozent).


 

Technische Ausstattung des (mobilen) Arbeitsplatzes beeinflusst Mitarbeiterzufriedenheit

Neben dem bereits bestehenden Angebot an flexiblen Arbeitsmodellen und Schulungen zu neuen digitalen Tools, hat die Studie auch Schmerzpunkte bei Schweizer Arbeitnehmern identifiziert: 29 Prozent wünschen sich einen besseren IT-Support und reibungslos funktionierende Technik. Ganz besonders im Homeoffice zeigt sich, dass eine schlechte IT-Ausstattung zum Stressfaktor werden kann. So geben 28 Prozent der Arbeitnehmer an, dass eine Investition ihres Arbeitgebers in Laptop, Smartphone und Co. den Arbeitsalltag erleichtern und die Zufriedenheit erhöhen würde. In einem digitalen Arbeitsumfeld, das mobiles Arbeiten zulässt, wäre mehr als ein Viertel zufriedener: 26 Prozent wären glücklicher, wenn sie durch die Bereitstellung von Hardware und den mobilen Zugriff auf Daten nicht mehr ortsgebunden wären. Dann bliebe das mobile Arbeiten von überall nicht nur eine Wunschvorstellung.


„Flexibilität bei der Wahl des Arbeitsplatzes und eine Homeoffice-Option werden von Mitarbeitern zunehmend eingefordert. Hier müssen Schweizer Unternehmen, allen voran KMU, noch nachbessern. Unabhängig von der Unternehmensgröße sollten sich Arbeitgeber bewusst machen: Wer digitale Tools einführt, investiert in zufriedene Mitarbeiter und damit in langfristigen Unternehmenserfolg. Gerade jetzt, da ein Ende der Homeoffice-Phase nicht in Sicht ist“, ordnet Dennis Torchetti, Head of Switzerland & CEE der SAP-Concur-Organisation, die Ergebnisse ein.

 

[1] Für die vorliegende Studie hat die Concur (Germany) GmbH gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut INNOFACT AG 1.036 Personen zwischen 18 und 69 Jahren befragt – davon 425 Geschäftsreisende. Die Stichprobe entspricht nach Alter und Geschlecht der repräsentativen Verteilung in der Schweizer Bevölkerung. Die unabhängige Online-Erhebung fand im November 2020 statt.

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