Nachhaltigkeit bei Geschäftsreisen
Nachhaltiges Geschäftsreisemanagement: CSRD & ISO
Im Jahr 2026 ist nachhaltiges Reisen kein freiwilliges „Extra“ mehr, sondern durch die CSRD-Berichtspflicht regulatorischer Standard. Unternehmen setzen heute auf ISO-14083-zertifizierte Daten, automatisierte Analysen via Thrust Carbon und investieren bevorzugt in Sustainable Aviation Fuel (SAF). Dieser Beitrag zeigt, wie Sie CO2-Emissionen im Controlling rechtssicher messen, reduzieren und reporten.
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Datenpräzision statt ungenauer Schätzwerte
Lange Zeit war Nachhaltigkeit auf Geschäftsreisen ein Thema für Idealisten. Heute ist sie eine harte betriebswirtschaftliche Kennzahl. Während wir früher noch über einfache Ratschläge wie „Zug statt Flug“ diskutierten, fordern Wirtschaftsprüfer heute präzise, lückenlose Datenflüsse.
Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) hat die Berichterstattung über Scope-3-Emissionen (zu denen Geschäftsreisen gehören) massiv verschärft. Unternehmen müssen nun detailliert nachweisen, wie sie ihren ökologischen Fußabdruck verringern.
Wichtig für den Mittelstand: Auch wenn angehobene Schwellenwerte viele Unternehmen von der direkten Berichtspflicht entlasten, bleibt das CO2-Tracking geschäftskritisch. Als Teil der Lieferkette müssen auch nicht direkt berichtspflichtige Firmen ihre Emissionsdaten offenlegen (indirekte Betroffenheit), um die Anforderungen ihrer großen, berichtspflichtigen Kunden zu erfüllen und als Partner attraktiv zu bleiben.
Lösungen für das automatisierte CO2-Reporting
Um den strengen CSRD-Anforderungen gerecht zu werden und im Audit der Wirtschaftsprüfer zu bestehen, reichen pauschale Schätzwerte oder einfache CO2-Rechner am Markt längst nicht mehr aus.
- Emissionsberechnung nach ISO 14083: Die weltweit anerkannte ISO 14083 standardisiert die Berechnung und Berichterstattung von Treibhausgasen über alle Verkehrsträger hinweg – einschließlich Luft-, Schienen-, Straßen- und Frachtverkehr. In enger Zusammenarbeit mit dem Partner Thrust Carbon werden diese zertifizierten Daten direkt zum Zeitpunkt der Buchung im neuen Concur Travel transparent bereitgestellt.
- Echtzeit-Analyse im Ausgabenmanagement: Durch die Einbindung des Thrust Carbon Calculators in Concur Travel & Expense wird der CO2-Fußabdruck bereits bei der Abrechnung automatisch erfasst. Flüge, Hotels, Bahnfahrten, Mietwagen und sogar Taxifahrten werden lückenlos berücksichtigt. Travel Manager können auf Basis dieser Daten verbindliche CO2-Budgets festlegen, die parallel zu den finanziellen Budgets laufen.
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Mitarbeiter-Erwartung: Nachhaltigkeit als Benefit
Dass dieser technologische Wandel von der Belegschaft aktiv eingefordert wird, ist eindeutig: Marktanalysen zeigen konsistent, dass rund 69 % der Geschäftsreisenden Nachhaltigkeit als wesentliches Kriterium für ihr Wohlbefinden und ihre Identifikation mit dem Arbeitgeber einstufen.
Dabei ist die grüne Compliance längst ein kritischer Faktor für die Business Continuity: Laut Langzeitstudien ist fast jeder vierte Reisende (24 %) bereit, eine Dienstreise aktiv abzulehnen, wenn keine nachhaltigen Optionen zur Verfügung stehen. Ein grünes Reiseprogramm ist daher weit mehr als ein Reporting-Tool – es ist ein entscheidendes Instrument im War for Talents. Junge Fachkräfte wählen Arbeitgeber heute gezielt nach ihrer ökologischen Glaubwürdigkeit aus.
Strategien: Vermeidung vor Kompensation
SAF statt einfacher Zertifikate
Klassische Aufforstungsprojekte stehen heute oft in der Kritik, da ihre langfristige Wirkung schwer prüfbar ist. Der Fokus liegt daher auf dem sogenannten „Insetting“. Unternehmen investieren heute verstärkt direkt in Sustainable Aviation Fuel (SAF). Dies ermöglicht es, Emissionen unmittelbar dort zu reduzieren, wo sie entstehen: im Flugverkehr selbst. Dies sorgt für eine glaubwürdige Klimabilanz und unterstützt die Transformation der Branche nachhaltig.
Operative Hebel: Direktflüge und Economy
Nachhaltigkeit beginnt bei der Flugauswahl. Da bis zu 25 % der Emissionen beim Start entstehen, priorisieren moderne Richtlinien Direktverbindungen vor Umsteigeflügen. Zudem ist die Wahl der Beförderungsklasse ein echter Hebel: Ein Economy-Sitz beansprucht weniger Gewicht und Raum pro Passagier, was den CO2-Fußabdruck im Vergleich zur Business Class massiv senkt.
Die stetig gestiegene Luftverkehrsteuer in Deutschland macht ökologisches Handeln auch ökonomisch sinnvoll. Nutzen Sie für effiziente Entscheidungen den direkten Bahn-Flug-Vergleich: So wägen Reisende nicht nur Kosten, sondern auch den CO2-Fußabdruck in Echtzeit gegeneinander ab. Der Umstieg auf die Bahn auf der Kurzstrecke senkt nicht nur die Emissionen, sondern reduziert durch die gesparte CO2-Steuer die Reisekosten massiv.
E-Mobilität und Multimodalität im Fuhrpark
Ein nachhaltiger Fuhrpark ist weit mehr als nur der Wechsel zum E-Auto. Die Herausforderung liegt in der operativen Exzellenz: Wer Ladekosten (zu Hause, am Standort oder unterwegs) nahtlos via Concur Expense erstattet, schafft echte Akzeptanz bei den Mitarbeitenden.
Gleichzeitig wandelt sich das klassische Dienstwagenmodell zum flexiblen Mobilitätsbudget. Ob E-Bike für die Kurzstrecke oder die Bahn als „mobiles Büro“ auf Langstrecken – ein intelligentes Ausgabenmanagement bündelt alle Verkehrsmittel rechtssicher in einer einzigen Plattform. Dieser emissionsfreie Mobilitätsplan ist heute ein entscheidender Faktor im War for Talents.
Ein oft unterschätzter Faktor für die CO2-Bilanz ist zudem die private Verlängerung von Dienstreisen (Bleisure). Wenn Mitarbeitende geschäftliche Termine mit privatem Urlaub kombinieren, entfällt der ökologische Fußabdruck für eine separate Urlaubsanreise komplett. Dies improves die Scope-3-Bilanz messbar und fördert gleichzeitig die Nutzung umweltzertifizierter Hotels.
👉 Wie neue Plattform-Funktionen Ihre Reisenden aktiv unterstützen, lesen Sie in unserem Beitrag darüber, wie Concur Travel nachhaltiges Reisen direkt im Buchungsprozess fördert.
👉 Mehr über flexible, grüne Alternativen für Ihre Belegschaft erfahren Sie in unserem Deep-Dive über das Mobilitätsbudget für mehr Flexibilität und Nachhaltigkeit im Mittelstand.
FAQ: Nachhaltiges CO2-Reporting und CSRD
Was unterscheidet Kompensation und Insetting bei Reisen?
Antwort: Während die Kompensation Emissionen durch externe Klimaschutzprojekte ausgleicht, setzt Insetting direkt in der eigenen Wertschöpfungskette an. Ein Beispiel ist die Investition in Sustainable Aviation Fuel (SAF), um den CO2-Ausstoß direkt im Flugverkehr zu reduzieren.
Warum ist die ISO 14083 der neue Standard für das Reisemanagement?
Antwort: Die ISO 14083 bietet erstmals eine weltweit einheitliche Methode zur Berechnung von Treibhausgasemissionswerten im Transportsektor. Für Unternehmen ist sie essenziell, um CSRD-konforme und revisionssichere Daten für ihren Nachhaltigkeitsbericht zu generieren.
Wie automatisiert Thrust Carbon das Reporting in SAP Concur?
Antwort: Durch die Integration von Thrust Carbon werden Emissionsdaten direkt bei der Buchung oder Abrechnung in Concur Travel & Expense erfasst. Dies ermöglicht Travel Managern eine präzise Steuerung von CO2-Budgets und liefert fundierte Daten für die strategische Emissionsreduzierung.
Fazit: Automatisierung bändigt die CSRD-Pflicht
Nachhaltiges Reisemanagement lässt sich manuell nicht mehr rechtssicher steuern. Nur eine automatisierte Komplettlösung liefert die validen, zertifizierten Daten, die Wirtschaftsprüfer für den CSRD-Bericht fordern, senkt den administrativen Aufwand im Controlling und schützt gleichzeitig das Budget.