Was bringt das neue Jahr?

2018 war ein Jahr voller Gegensätze. Nachrichten aus dem Technologie-Bereich haben sowohl im Guten (wie Überfischung der Meere mit Blockchain begegnen) als auch im Schlechten (wie Facebook und Cambridge Analytics) für Schlagzeilen gesorgt. Technologien treiben den Wandel in einem beispiellosen Tempo und damit liegt die Frage nahe: Was hält das Jahr 2019 für uns bereit?

Sicherlich bergen politisch bedingte Veränderungen wie der bevorstehende Brexit einiges an Ungewissheit. In dem Zusammenhang stellt sich unseren Kunden die Frage nach deren Wettbewerbsfähigkeit. Viele wollen investieren, um weiterhin eine maßgebliche Rolle spielen zu können. Aus meiner Sicht bieten ihnen die folgenden Bereiche, die zum Teil im Geschäftsreisemanagement liegen oder aber genereller Natur sind, das größte Potenzial.

 

Künstliche Intelligenz – Verhaltensbasierte Vorhersagen erhöhen Sicherheit und Anwenderkomfort
Zwei Bereiche, die ein großes Potenzial für Künstliche Intelligenz (KI) bieten, sind Reisen und Finanzen. KI kann bei der Frage unterstützen, ob Unternehmen für bestimmte Leistungen nicht vielleicht zu viel zahlen. So erfüllt Ihre bevorzugte Fluggesellschaft zwar vielleicht alle Anforderungen hinsichtlich der Unternehmensrichtlinien, aber vielleicht gibt es einen alternativen Anbieter, bei dem weniger Kosten anfallen würden? Neben der Klärung solcher Fragen kann KI aber auch eingesetzt werden, um tendenziell mühselige Prozesse wie das Erstellen von Reisekostenabrechnungen oder das Identifizieren fehlerhafter Abrechnungen zu optimieren.

Auch der Bereich der verhaltensbasierten Vorhersagen wird sich im nächsten Jahr sicher weiterentwickeln. Viele Teams liegen bereits über ihrem Budget, bevor sie erfahren, was los ist. Beim Ausgabenmanagement können Vorhersagen, die auf zurückliegenden Daten und Erfahrungen basieren, Unternehmen dabei helfen, ihre Ausgaben proaktiv zu managen – anstatt nur noch auf bereits geschaffene Tatsachen reagieren zu können.

Nicht außer Acht zu lassen ist auch das Potenzial, dass sich im Bereich der Fürsorgepflicht ergibt. Vorausschauende Analysen basierend auf künstlicher Intelligenz werden in naher Zukunft Risiken wie Streiks, Unruhen oder sogar Naturkatastrophen sehr viel präziser vorhersagen können. Etwa indem Medienberichte und Social-Media-Beiträge automatisch analysiert werden – mit den entsprechenden Möglichkeiten für Travel Manager Gegenmaßnahmen wie Änderungen der Reisepläne zu ergreifen.

Betonen möchte ich an dieser Stelle allerdings auch, dass KI Finanzabteilungen nicht überflüssig machen wird. Vielmehr wird sie unnötig zeitaufreibende Prozesse übernehmen und Mitarbeitern die Möglichkeit geben, sich mehr mit strategischeren Fragestellungen zu beschäftigen. Technologien können nur solange effektiv unterstützen, solange jemand Prozesse im Auge behält und die dabei herauskommenden Daten intelligent nutzt. Kurz: Es braucht ein Zusammenspiel aus „Bot und Body“.
 

Generell sollte man sich auch immer wieder in Erinnerung rufen, wie wichtig es ist, Einschätzungen von Maschinen in Frage zu stellen. Genau das hat Stanislav Petrov 1983 getan, als er den vermeintlich “idiotensicheren“ Computer infrage stelle, der einen Raketenangriff der USA meldete. Laut Protokoll hätte mit einer nuklearen Gegenattacke reagiert werden müssen. Petrov allerdings bewertete die eingehende Information selbstständig und verhinderte so einen folgenschweren Fehler.

Roboter auf dem Vormarsch

Erfahren Sie, welche Vorteile künstliche Intelligenz dem Geschäftsreisemanagement und der Buchhaltung bietet.



Verschwimmende Linien zwischen HR und Finanzteams

Ein weiterer Trend, der sich 2019 fortsetzen wird, ist die unscharfe Trennung zwischen den Personal- und Finanzteams, wenn es um Mitarbeiterausgaben geht.

Lange haben wir Unterschiede zwischen dem öffentlichen und privaten Sektor gesehen. Im öffentlichen Bereich waren Gehaltsangelegenheiten direkt in der Personalabteilung verankert, in privat geführten Unternehmen hingegen in den Finanzabteilungen. In einigen Branchen wie dem verarbeitenden Gewerbe macht sich jedoch eine Verschiebung bemerkbar. Auch dort geht die Personalabrechnung in den Zuständigkeitsbereich der HR über. Mit der engeren strategischen Ausrichtung der beiden Rollen von HR Director und Finance Director aneinander wird sich die Trennschärfe eher grundsätzlicher Verwaltungselemente weiter reduzieren.

Umso wichtiger wird es somit werden, dass die verschiedenen Systeme nahtlos ineinander integriert sind und beide Bereiche auf relevante Daten zugreifen können – und zwar ohne dass Mitarbeiter Daten händisch von einem System in das andere übertragen – was generell immer ein zeitaufwendiger und zudem fehleranfälliger Prozess ist.

In welchen Bereichen Unternehmen und Abteilungen von nativ integrierten Systemen profitieren, haben wir Ihnen im Blogpost „Kommunikationskatalysator – So gelingt ein besseres Zusammenspiel von ERP und Reisekostenmanagement“ zusammengefasst.

 

Austausch und Diversität

Unsere Kunden haben ein verstärktes Interesse daran, sich mit anderen zu vernetzen und Erfahrungen auszutauschen. Das haben wir auch auf zwei unserer Events in diesem Jahr gesehen: Sowohl auf unserer Jahresveranstaltung, der SAP Concur Fusion Exchange, als auch bei unserer Kunden-Roadshow wurde die Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch intensiv genutzt und im Feedback an uns positiv hervorgehoben.

Wenn es darum geht voneinander zu lernen, wird sich 2019 ein weiterer Trend verstärken: Gender Diversity. Viele Unternehmen haben diesem Thema bereits eine hohe Priorität eingeräumt, denn Fortschritte in diesem Bereich kommen nicht nur den Mitarbeitern zugute, sondern auch den Unternehmen selbst. Untersuchungen zeigen beispielsweise, dass Fortune-500-Unternehmen mit der höchsten Frauenquote in Aufsichtsräten finanziell besser abschneiden als Unternehmen mit der niedrigsten Frauenquote.

Für Unternehmen, die sich weiterentwickeln, innovativ und wettbewerbsfähig bleiben wollen, ist es wichtig, dass sich Teams aus Mitgliedern verschiedenen Alters, Geschlechts und Kulturen zusammensetzen. In einem kürzlich von McKinsey veröffentlichten Bericht wurde festgestellt, dass Unternehmen, deren Führungsteams im oberen Quartil der Geschlechterdiversität aufgestellt sind, eine um 21% höhere Wahrscheinlichkeit haben, überdurchschnittlich profitabel zu sein als Unternehmen im vierten Quartil. Daher ist Vielfalt nicht nur ethisch das Richtige, sondern ist auch wirtschaftlich sinnvoll.  

 

Nachhaltiges Reisen wird wichtiger

Ein bewusster Umgang mit dem CO2-Fußabdruck ist bereits heute ein wichtiges Thema bei einigen unserer Kunden und wir gehen davon aus, dass Nachhaltigkeit bei einer zunehmenden Anzahl von Unternehmen auf der Prioritätenliste weiter nach oben rücken wird. Häufig sehen wir zwar, dass dieses Thema nicht primär von den Mitarbeitern des Geschäftsreisemanagements getrieben wird, da Reisetätigkeiten die CO2-Bilanz aber ganz erheblich belasten können, werden sie sich früher oder später aber damit auseinandersetzen. Das Optimierungspotenzial ist zum Teil gewaltig und kann dazu beitragen, unternehmenseigene Zielsetzung beim Thema Nachhaltigkeit zu erreichen.

Für Reisebuchungssysteme bedeutet das, dass sie in Zukunft mehr Transparenz bieten müssen, damit eine ökologisch orientierte Auswahl von Reisemitteln mit den Reiserichtlinien von Unternehmen in Einklang gebracht werden kann.

 

Das neue Jahr wird sicher auch überraschende Entwicklungen und Neuerungen bereithalten, von denen wir bisher nichts wissen, aber mit den richtigen Daten, Einsichten und Prozessen können sich Unternehmen bereits jetzt bestmöglich aufstellen.

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